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Der 13. Dezember – Tag der heiligen Luzia   und der heiligen Ottilie

Mein Beitrag zum "Lebendigen Adventskalender" am 13.12.2018


Aus aktuellem Anlass möchte ich heute einen kleinen Ausflug in die Mythologie und das Brauchtum machen.

Das Luzienfest ist heute vor allem aus Skandinavien bekannt. Kaum jemand weiß aber, dass die Gestalt der Luzia nicht nur dort, sondern auch im alemannischen Raum, dem Elsass und der Nordschweiz heimisch ist und dass es Bezüge gibt, zur heiligen Odilia oder Ottilie, der Patronin des Odlilienbergs bei Straßburg.

Jedes Jahr am 13. Dezember gedenken die katholische, evangelische und orthodoxe Kirche der heiligen Ottilie. Sie wird als Schutzpatronin der Blinden bezeichnet und lebte zwischen 660 und 720 im Elsass.

Ihre Lebensgeschichte ist nur in Teilen überliefert, dafür aber umso interessanter. Ihr Vater war Herzog des Elsasses, und Ottilie seine erstgeborene Tochter. Das Mädchen kam blind zur Welt, was dem Vater nicht gefiel. Ein blindes Kind zu haben wurde als Schande für die Familie angesehen und so beschloss ihr Vater, Ottilie töten zu lassen. Ihre Mutter, die dies nicht zulassen wollte, gab das Mädchen zur Obhut in ein Kloster. Dort wuchs Ottilie auf.

Als sie 12 Jahre alt war, kam der Bischof von Regensburg in das Kloster. Er sollte Ottilie taufen. Als das geweihte Wasser ihre Augen berührte, wurde sie der Legende nach von ihrer Blindheit befreit und weihte ihr Leben fortan Gott.

Ihr Vater versöhnte sich mit seiner Tochter und hinterließ ihr bei seinem Tod sein Anwesen, genannt die Hohenburg, auf einem Berg in den Vogesen. Dort errichtete sie am Ende des 7. Jahrhunderts ein Frauenkloster und war dort als Äbtissin tätig. Der Berg, auf dem das Kloster auch heute noch steht, wurde zu ihrem Andenken Odilienberg genannt.

Am 13. Dezember 720 starb Ottilie in dem von ihr gegründeten Kloster und wurde in der Grabkapelle beigesetzt.

Nun ahnen sie auch, woher unser Ottilienberg seinen Namen hat. Dass diesem Ort eine besondere Magie innewohnt, war schon seit langer Zeit bekannt. Man nimmt an, dass der Ottilienberg über einen langen Zeitraum als Zufluchts- und Kultstätte gedient hat.

1473 wurde von den Geschwistern Hans und Metz von Gemmingen   auf älteren Fundamenten unbekannten Ursprungs eine der heiligen Ottilie geweihte Wallfahrtskapelle  errichtet die dem Berg seinen heutigen Namen gab.  

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Brauchtum im Jahreslauf hat immer auch einen engen Bezug zu den Vegetationsperioden der Natur und damit zu den Pflanzen.

Im Moment scheint alles Leben in der Natur erstorben. Das Luzienfest, das vor der Kalenderreform auf die Wintersonnwende fiel, setzt einen ersten Impuls für das neue Wachstum. Noch nicht sichtbar, kaum spürbar. Es ist der Beginn des Wachstums des Lichts in der Dunkelheit, des neuen Lebens in der Kälte des Winters.

Interessanterweise weist Odilia erstaunlich viele Gemeinsamkeiten mit der heiligen Luzia auf.  Beider Fest wird am 13. Dezember gefeiert. Vor der Einführung des Greorianischen Kalenders im 16.Jahrhundert war dies das Datum der Wintersonnwende.

Mehr noch als die christlichen Heiligenlegenden haben volkstümliche Bräuche den Zugang zu diesen alten Mustern bewahrt. Und gerade im Elsass, dem gesamten Rheintal und bestimmten Gebieten der deutschsprachigen Schweiz war das Brauchtum um Luzia oder Lussi besonders verbreitet.

Im Elsaß und der Schweiz gibt es ähnliche Bräuche. Hier ist die Luzia die Verkörperung des Christkinds, das in der dunkelsten Nacht geboren wird, und den Menschen, Segen, Hoffnung und die Verheißung, der nun wieder steigenden Sonne und des wiederkehrenden Lebens bringt.

Allerdings sind die Lichterbräuche um die Zeit der Wintersonnwende, vor allem nördlich der Alpen und in Skandinavien wesentlich älter. Und auch in Italien gab es eine sabinische Lichtgöttin, die Juno Lucina oder Lucetia, die wahrscheinlich die Vorgängerin der christlichen Luzia war. Ihre Symbole waren eine Opferschale und eine Lampe. Sie schenkte den Menschen das Licht, die Erleuchtung und die Sehkraft und öffnete neugeborenen Kindern die Augen.

Die christliche Luzia übernahm diese Symbole und wurde als Schutzpatronin der Augenkranken zu einer der beliebtesten Heiligen des Mittelalters.

Aber auch in den Ländern nördlich der Alpen passte Luzia in das alte Muster des Lichtkindes, der wiederkehrenden Sonne und des sich erneuernden Lebens, und verschmolz so im Laufe der Zeit mit den alten Lichterbräuchen zu Mittwinter und dem skandinavischen Julfest.

In manchen Gegenden tritt die Luzia, als Lussi oder Lutzelfrau in ein Ziegen- oder Kuhfell gehüllt auf. Manchmal auch mit Vogelmaske und manchmal wird sie auch von solchen Tiergestalten begleitet.

Heute kennt man den Brauch der Luzia vor allem aus Schweden. Hier wird der 13. Dezember mit großen Umzügen der Luzia und ihres Gefolges ausgiebig gefeiert. Dabei trägt ein weißgekleidetes, unverheiratetes Mädchen bei einer Prozession einen Lichterkranz auf dem Kopf. Sie wird begleitet von mehreren „Brautjungfern“ und einem Zug von Knaben mit goldenen Hauben.

Ursprünglich trat die Luzia mit dem Lichterkranz nur im Kreis der Familie auf und weckte die Familienmitglieder am frühen Morgen des 13. Dezember mit einem Lied und einem kleinen Imbiss.

Wir verschieben heute diesen morgentlichen Brauch um ein paar Stunden und wünschen Ihnen einen gemütlichen Abend bei uns und eine besinnliche Adventszeit.


 

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